Color Fantasy 03.-05.05.2019

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    • Color Fantasy 03.-05.05.2019

      Hallo liebes Forum,

      vor kurzem war es nun wieder einmal so weit und ich hatte erneut die Gelegenheit, die Color Fantasy im Rahmen einer Mini-Kreuzfahrt an zwei Tagen in ihrem Leben zu begleiten.

      Es ist etwa halb elf Uhr an diesem überwiegend sonnigen Freitagvormittag, als mich nur noch wenige Minuten Zugfahrt vom Kieler Hauptbahnhof trennen. In mir prickelt die pure Vorfreude, die längst die letzten Reste von Müdigkeit vertrieben hat und das frühe Aufstehen vergessen macht. Voll ungeduldiger Erwartung spähe ich angestrengt aus dem Fenster, in der Hoffnung, den Moment nicht zu verpassen, in dem ich mein Objekt der Begierde bereits vor der eigentlichen Ankunft für einige Sekunden in Augenschein nehmen kann. Und dann ist es so weit. Der Schornstein und die vorderen Aufbauten der Color Fantasy schieben sich in mein Blickfeld! Wie habe ich mich darauf gefreut, sie wiederzusehen - das Schiff, auf dem ich bereits so viele glückliche Stunden verbringen durfte!

      Baustellen (von der Bahn zuvor angekündigt) und ein defekter Bahnübergang (der wiederum war nicht eingeplant) haben der Deutschen Bahn an diesem Morgen ein klein wenig zu schaffen gemacht, so dass ich Kiel mit ca. einer halben Stunde Verspätung erreiche, was jedoch angesichts des großen Zeitpuffers kein Problem darstellt.

      Wie gewohnt checke ich am Automaten ein. Doch was kommt mir denn da für ein Kärtchen entgegengepurzelt? Die Bordkarte sieht vollkommen anders als sonst und ist deutlich kleiner. Aber nach wie vor stehen alle benötigten Informationen darauf, darunter natürlich auch die Kabinennummer und –zuteilung, auf die ich heute ganz besonders gespannt bin. Auf meinen letzten beiden Fahrten hatte ich entgegen meiner Buchung einer Drei-Sterne-Außenkabine mit getrennten Betten stets eine Doppelbettkabine erhalten. Würde ich auf dieser Reise nun endlich einmal wieder die von mir ausgesuchte Kabinenkategorie bekommen (ebenfalls wieder getrennte Betten)? Tatsächlich wird diesmal meinem Wunsch entsprochen, ja mehr noch. Color Line zeigt sich geradezu großzügig und lässt mich allein in einer Vierbettkabine residieren, die sich auf Deck 8 an Steuerbord fast ganz am Heck befindet. Die Nachfrage scheint sich für diesen Tag demnach in Grenzen zu halten.

      In der Zeit bis zur Einschiffung begutachte ich einmal mehr den Baufortschritt der Landstromanlage, an der augenscheinlich nur noch einige letzte Montagearbeiten durchgeführt werden (Mehr dazu hier: Landstromversorgung am Norwegenkai ab Frühjahr 2019 geplant). Ob ich die Fantasy beim nächsten Mal wohl daran angeschlossen vorfinden werde?

      Immer wieder erkämpft die Sonne sich die Vorherrschaft über die zumeist harmlosen, teilweise aber auch bedrohlich dunkel wirkenden Wolken. Dazu weht ein recht kräftiger böiger Wind. Ein Exemplar der letzteren Sorte kann seine schwere Fracht schließlich nicht länger halten und erleichtert sich in Form eines ausgewachsenen Hagelschauers, der jedoch glücklicherweise schnell wieder vorüber ist.

      Zu meiner Verwunderung legen wir heute bereits überpünktlich um zehn Minuten vor zwei ab. Die Festmacher am Heck wirken auf mich ebenfalls überrascht und können hektisch gerade noch die Leinen lösen, während die Fantasy nach dem seitlichen Wegdrücken vom Kai schon in den Vorwärtsgang geschaltet hat. Im weiteren Verlauf der Reise würde ich noch ahnen, dass der verfrühte Aufbruch möglicherweise kein Zufall war...

      Leider kann die Schiffsführung der Fantasy nun nicht gerade durch einen ausgiebigen Gebrauch des Schiffshorns von sich reden machen. Vor allem in Kiel habe ich daher schon häufig vergeblich auf ein Schallsignal gewartet und rechne auch heute nicht damit. Umso mehr freue mich, als der Kapitän dem Schiff ausnahmsweise dann doch einmal ein Tuten entlockt - ein sehr kurzes, wohlgemerkt, aber immerhin! :)

      Der Wind weht nach wie vor deutlich spürbar aus südwestlicher Richtung, und es dauert gar nicht lange, bis die in der Folge leicht aufgeraute See das Schiff - sehr zu meinem Vergnügen - sanft in Bewegung versetzt. Bei meinem ersten Rundgang über die oberen Decks fällt mir sofort auf, dass auf Deck 12 zwischen den Treppen der Kiosk fehlt und ich frage mich, ob dieser bald durch irgendeine andere Verkaufsbude ersetzt werden wird.

      Später komme ich unverhofft noch einmal in den Genuss zweier satter Typhon-Klänge. Die unerwartete Gesprächigkeit der Fantasy nehme ich mit größtem Vergnügen zur Kenntnis. :D (Ich nehme an, ihr wird wohl jemand zu nah gekommen sein.) Es bleibt nicht bei dieser einen Überraschung. Die nächste folgt auf dem Fuß und kommt in Form einer Durchsage daher: Wir würden Oslo morgen voraussichtlich mit einstündiger Verspätung erreichen. Grund dafür sei eine reduzierte Maschinenleistung in Verbindung mit starker Strömung von vorn. Nicht weit von mir raunt man sich zu, es solle Sturm geben. Na, da bin ich jetzt aber mal gespannt - sowohl auf unsere Ankunftszeit als auch das Wetter! Bisher habe ich noch nie selbst miterlebt, dass eine der Color-Line-Fähren ihren Fahrplan nicht eingehalten hätte! Ob wir wohl deshalb heute etwas früher abgelegt haben?

      Ich genieße wieder sehr lange die herrliche Stimmung an Deck. Wolken unterschiedlichster Farbschattierungen sind weiterhin unsere treuen Reisebegleiter, können die Sonne jedoch nicht vollkommen ausbremsen und bilden zusammen mit dem Licht mitunter wahre Gemälde am Himmel. Abends wird es dann wieder Zeit, in der „Rüttelkammer“ nach dem Rechten zu sehen, die ihrem Spitznamen zu meinem Vergnügen einmal mehr alle Ehre macht. ;) (Falls dies jemand liest, der meine vorherigen Berichte noch nicht kennt: Damit meine ich die Observation Lounge. :D )
      Auf einmal jedoch fällt mir etwas Ungewöhnliches auf. Auf der Backbordnock, die ich von meinem Platz am Fenster aus bestens im Blick habe, wird plötzlich der Suchscheinwerfer eingeschaltet! Ich bin beunruhigt, erinnert mich dessen Einsatz doch an die Seenotrettung, die ich vor gut einem Jahr miterlebt hatte. Wie erleichtert war ich damals, als alles vorüber und gut ausgegangen war!
      "Bitte nicht noch einmal!", durchfährt es mich. Und noch dazu wo die See heute um einiges unruhiger ist als damals! Doch nur wenige Sekunden später erlischt das Licht und ich bin von meinen unheilvollen Gedanken erlöst. So dramatisch kann es dann wohl offensichtlich nicht sein. Noch zwei weitere Male wiederholt sich das Geschehen, doch nun bin ich entspannter. Um eine Seenotrettung scheint es sich hier aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu handeln.

      Es zieht mich wieder an Deck, wo ich aufs Neue dem Zauber der nächtlichen Atmosphäre erliege. Der Wind hat zwischenzeitlich nachgelassen, frischt aber bald darauf erneut auf, um in ähnlicher Intensität wie tagsüber nun aus der genau entgegengesetzten Richtung, also schräg von vorn, zu wehen. Es dauert auch gar nicht lange, da spüre ich bereits wieder mehr Bewegung ins Schiff kommen und beschließe, das Geschehen einmal von Deck 7 aus näher in Augenschein nehmen. Ob sich dort wohl wieder fliegende Gischt beobachten lässt? Dies ist tatsächlich der Fall, so dass ich erst nach ausgiebiger Betrachtung dieses Phänomens gegen Viertel vor vier meine Kabine aufsuche. Zu dieser Zeit hat bereits die Dämmerung eingesetzt.

      Entgegen der Ankündigung erreichen wir Oslo am nächsten Morgen doch pünktlich bei bewölktem Himmel und Temperaturen im einstelligen Plusbereich. Es bleibt allerdings trocken und immer mal wieder zwinkert die Sonne zwischen den Wolken hervor. Noch bevor wir zur gewohnten Zeit wieder in See stechen, lässt die Fantasy zu meiner großen Freude auch heute einmal ihr Horn erklingen. ^^

      Nach einem kurzen Schauer passieren wir die malerische Fjordlandschaft bei Sonnenschein und ich verspüre wieder einmal das Bedürfnis, auf beiden Seiten gleichzeitig an der Reling zu stehen… :D

      Zwar ist das Skagerrak heute ruhig, dennoch sorgt eine leichte Dünung für ein beständiges, sanftes Auf und Ab, das sich zu meinem Vergnügen sowohl spüren als auch am Horizont gut beobachten lässt. Und überhaupt gibt es für mich ebenso wie am ersten Reisetag nichts Schöneres, als mich der herrlichen Atmosphäre an Deck hinzugeben. Dabei erlebe ich an diesem Tag zum ersten Mal eine der unteren Waschanlagen im Einsatz, was ich interessant anzuschauen finde.

      Nach einem weiteren Besuch der "Rüttelkammer" am späten Abend lasse ich mich auch heute von der unvergleichlichen nächtlichen Stimmung davontragen. Glücklich und dankbar für diese neue Reise mit ihren unzähligen wertvollen und einfach wieder einzigartigen Eindrücken und Erlebnissen begebe ich mich gegen Viertel vor zwei dann in meine Kabine. War das wieder eine schöne Fahrt!

      Mach es gut und bis bald, liebe Fantasy! :)
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    • So, jetzt hatte ich Gelegenheit, die Bordkarte zu fotografieren. Anbei also einmal ein Vorher-nachher-Vergleich.

      Was die Restaurants angeht, tja, da habe ich wenig Neues zu berichten: Ich war wie gehabt wieder zweimal in der Sports und Burger Bar. ;)
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