Color Fantasy 27.-29.12.2018

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    • Color Fantasy 27.-29.12.2018

      Hallo liebes Forum,

      zwischen Weihnachten und Neujahr hatte ich wieder einmal die Gelegenheit, eine Reise mit der Color Fantasy zu unternehmen, und auch diesmal möchte ich euch meine Eindrücke und Erlebnisse nicht vorenthalten.

      Aus Sorge, die Deutsche Bahn könnte jahreszeitlich bedingte Probleme bekommen, habe ich mich bei dieser Reise dazu entschlossen, bereits einen Tag vor Abfahrt nach Kiel zu fahren und dort noch eine Nacht im Hotel zu verbringen. Entschieden habe ich mich für das Hotel Astor in unmittelbarer Nähe zum Hafen.
      Erfreulicherweise gestaltet sich die Anreise dann aber doch weitgehend reibungslos, so dass ich mit nur wenig Verspätung am späten Nachmittag in Kiel eintreffe. Mein kurzer Fußweg zum Hotel führt mich an der nächtlich beleuchteten Stena Germanica vorbei - welch eine schöne Einstimmung auf meine Schiffsreise! Auch von meinem Hotelzimmer aus, welches sich im achten Stock auf der zum Hafen hin gelegenen Seite befindet, kann ich sie sehen. Dennoch mache ich mich, vom Nieselregen unbeeindruckt, pünktlich zum Ablegen um Viertel vor sieben noch einmal auf zum Schwedenkai, um die Abfahrt des Schiffes aus nächster Nähe mitzuerleben.

      Ebenso wie mein Zimmer bietet auch der Frühstücksraum im zehnten Stock einen hervorragenden Blick über den Hafen. Und so kann ich von dort aus am nächsten Morgen die Stena Scandinavica bei ihrer Ankunft beobachten. Mittlerweile bin ich schon richtig aufgeregt und kann es kaum noch erwarten, mein eigentliches Objekt der Begierde endlich wiederzusehen...

      Und dann, als ich zurück auf meinem Zimmer bin und mir gerade Tee für meine Thermoskanne koche, die ich gemütlich auf Deck 7 zu leeren gedenke, sehe ich sie, wie sie sich im Rückwärtsgang ihrem Liegeplatz entgegenschiebt - die Color Fantasy! Ich nehme mir noch einen Augenblick Zeit für ein paar erste Fotos aus dieser für mich doch eher seltenen Perspektive, bevor ich mich schließlich auf den Weg zum Norwegenkai mache. Zuerst jedoch kaufe ich mir wie bei meiner letzten Fahrt noch ein Brötchen für mein Frühstück an Bord (meine Frühstücksgewohnheiten haben sich seitdem nicht verändert ;) ). Zwar herrscht kein wirklich hervorragendes Fotowetter - es ist grau, diesig und es nieselt immer wieder - was mich jedoch nicht weiter stört. Ich habe zu dieser Jahreszeit nicht unbedingt etwas Anderes erwartet und bin, insbesondere was meine Kleidung betrifft, gut auf ungemütliches Winterwetter vorbereitet.

      Beim Check-in am Automaten erlebe ich eine kleine Überraschung: Ich hatte mich für eine Drei-Sterne-Außenkabine mit getrennten Betten entschieden, finde auf meiner Bordkarte allerdings den Vermerk, dass mir eine Doppelbettkabine zugeteilt wurde. Etwas verwundert frage ich am Schalter nach, ob ich nicht doch eine Zweibettkabine bekommen könne. Mir persönlich gefallen diese Kabinen besser, da nicht der ganze Raum mehr oder weniger durch das Bett blockiert ist und weil ich den zusätzlichen Stauraum sowie das Sofa als nette Ablage- und Sitzmöglichkeit sehr schätze. Mir wird jedoch mitgeteilt, dass aufgrund der großen Zahl an Familien an Bord keine der gewünschten Kabinen mehr für mich frei sei. (Ich hatte schon des Öfteren eine Vierbettkabine für mich allein bekommen, auf die das Merkmal "getrennte Betten" ja ebenfalls zutrifft. Dass diese Option bei der erhöhten Nachfrage durch Familien wegfällt, verstehe ich natürlich.) Na ja, macht nichts! Immerhin habe ich wie gewünscht eine Außenkabine erhalten. Da hätte zumindest rein theoretisch noch einiges mehr schiefgehen können...

      Meine Kabine befindet sich achtern auf Deck 9 an Steuerbord. Was die Sauberkeit betrifft, so habe ich auch diesmal nichts Nennenswertes an ihr auszusetzen. Mir fällt vielmehr positiv auf, dass mittlerweile weitaus gründlicher Staub gewischt wird als noch vor einigen Jahren. Und auch der Wechsel der Kabinenkategorie ändert nichts an der Freude darüber, dass der Beginn meiner nächsten Minikreuzfahrt unmittelbar bevorsteht.

      Das Ablegemanöver verfolge ich von Deck 7 aus. Von dort aus habe ich außerdem einen guten Blick auf die Baustelle für den neuen Landstromanschluss, von dem jedoch noch nicht wesentlich mehr als drei Baugruben unterschielicher Größe zu sehen sind (siehe auch meinen Nachtrag in Landstromversorgung am Norwegenkai ab Frühjahr 2019 geplant).

      Auf Deck 13 fällt mir sofort eine Veränderung auf: Der alte Decksbelag wurde zur Hälfte durch einen neuen ersetzt, so dass sich die gesamte Backbordseite nun in Teakholz-Optik präsentiert. Ich nehme mal an, dass in diesem Jahr, sobald das Wetter es zulässt, auch die andere Seite erneuert werden soll und dass dann alles wieder einheitlich aussehen wird.

      Als es schließlich dunkel wird, kommt ein für mich ganz besonderes Highlight dieser Reise zur Geltung, auf das ich mich bereits gefreut habe: die weihnachtliche Außendekoration in Form einer über das gesamte Schiff gespannten Lichterkette, deren Anblick ich einfach wunderschön finde. Aber auch die Promenade ist noch immer festlich geschmückt und ebenfalls hübsch anzuschauen.

      Auch wenn es sich nicht gerade um einen Sturm handelt, ist der Wind dennoch spürbar, und der daraus resultierende Seegang lässt zu meinem großen Vergnügen bereits spätabends im Kattegat immer mal wieder Gischt am Schiff emporspritzen. Mit Begeisterung verfolge ich das Geschehen von Deck 7 aus und bin sehr gespannt darauf, ob der Seegang auf dem Skagerrak noch weiter zunehmen wird. Wie sich einige Stunden später herausstellt, ist dies tatsächlich der Fall, so dass ich auf meinem Beobachtungsposten an der Reling regelrecht festwachse, bis, ja bis ich so gegen drei Uhr nachts plötzlich Besuch bekomme.
      Ein Besatzungsmitglied steht auf einmal neben mir und fragt mich, ob alles in Ordnung ist. Ich würde bereits seit einiger Zeit beobachtet (wohl entweder über die Kameras oder von der Nock aus) und da ich zu so später (oder früher, wie man's nimmt) Stunde schon über längere Zeit hinweg mehr oder weniger regungslos aufs Wasser schauen würde, würde man sich Sorgen um mich machen. Zugegeben, ich erlebe diese Situation nicht zum ersten Mal und bin mir daher ziemlich sicher, den freundlichen Herrn in Uniform auch diesmal wieder davon überzeugen zu können, dass ich keine Selbstmordabsichten, sondern im Gegenteil jede Menge Spaß habe. Und tatsächlich kann ich ihn in unserem kurzen Gespräch dann auch schnell beruhigen und bin nur wenig später wieder allein. Ein wenig unangenehm ist es mir ja schon, die Besatzung derart in Aufruhr versetzt zu haben, aber da nun ja alles geklärt ist, beschließe ich, einfach noch ein Weilchen zu bleiben... ^^

      Als ich nach einer kurzen Nacht um halb neun aufstehe, erwartet mich bereits die nächste Überraschung, denn beim ersten Blick aus dem Fenster sehe ich - nichts! Die Fjordlandschaft liegt in dichtem Nebel verborgen. Dafür höre ich umso mehr: Zu meiner großen Freude lässt die Fantasy immer wieder ihr Horn erklingen, bis wir schließlich pünktlich um kurz vor zehn Uhr am Kai festmachen, den ich erst unmittelbar vor unserer Ankunft überhaupt sehen kann.

      Wenig überraschend ist es in Oslo winterlich kalt. Die Reling und die oberen Decks sind vereist und es bedarf einiger Vorsicht, dort nicht auszurutschen. Im Hafen liegen die Reste von altem Schnee. Wie die Landschaft aussieht, kann ich aufgrund des Nebels jedoch nach wie vor nicht beurteilen. Ich beschließe, es mir für die nächsten Stunden in meiner Kabine gemütlich zu machen und mich erst kurz vor dem Ablegen wieder an Deck zu wagen. Zum Eiszapfen erstarren kann ich dann immer noch... :D

      Im Laufe des Vormittags lichtet sich der Nebel und die tief stehende Sonne am makellos blauen Himmel lässt die Stadt in goldgelbem Licht erstrahlen. In der letzten Stunde vor dem Auslaufen allerdings ziehen erneut dichte Nebelschwaden herauf, und während meines Mittagessens in der Sports-und-Burger-Bar frage ich mich, ob wir heute wohl noch einmal in den Genuss eines Schiffshornkonzertes kommen werden. Dagegen hätte ich wahrlich nichts einzuwenden, auch wenn ich natürlich weiß, dass eine weitere Nebelfahrt durch den Fjord der Besatzung so einiges abverlangen würde.

      In der Tat ist der Nebel, als wir ablegen, wieder ähnlich undurchdringlich wie am Morgen. Von Deck 13 aus verfolge ich, wie die Fantasy sich im Zeitlupentempo vom Kai wegbewegt und warte gespannt auf das erste Hornsignal (nachdem ich mich bereits am dreimaligen Tuten beim Ablegen erfreuen konnte). Und ich werde nicht enttäuscht: Über eine Stunde lang ertönt zu meinem großen Vergnügen wieder und wieder das Schiffshorn. Dann allerdings herrscht Ruhe, obwohl sich der Nebel erst deutlich später, um etwa halb fünf Uhr, verzieht. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Brückenbesatzung, die das Schiff, soweit ich das beurteilen kann, trotz der schlechten Sicht wieder einmal sicher und ohne Zeitverzögerung durch die Schärenlandschaft manövriert hat.

      Anders als auf der Hinfahrt ist das Skagerrak am zweiten Tag zwar eher ruhig, auf das eine oder andere sanfte Auf und Ab muss ich aber auch diesmal nicht verzichten. Und auch bei meinem abendlichen Besuch in der Observation Lounge (ich sage nur "Rüttelkammer" ;) ) komme ich wieder voll auf meine Kosten: Es ruckelt, bebt und wackelt dort oben so herrlich, dass von meinem Tisch das leere Glas meines Vorgängers herunterpurzelt!

      Später auf den oberen Decks genieße ich einmal mehr diese unnachahmliche Mischung aus Schiffs- und Windgeräuschen, die mich zusammen mit der nächtlichen Lichtstimmung jedes Mal aufs Neue verzaubert. Es ist einfach nur unglaublich schön.

      Irgendwann kriecht dann aber doch die Kälte in mir hoch und veranlasst mich dazu, meine Kabine aufzusuchen. War das wieder eine schöne Reise! Ich bin glücklich über die neuen Eindrücke und Erlebnisse und freue mich schon auf die nächste Fahrt (die ich für März auch bereits gebucht habe)! :)
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    • Hallo,

      danke für deinen interessanten Bericht.

      Was mich noch interessieren würde:
      Welche Restaurants hast du genutzt?

      Gruß
      Action85
      2011 Color Magic
      2013 Color Fantasy
      2014 Color Magic
      2017 Color Magic
      2018 Stena Germanica, 2x Color Magic, MSC Orchestra
      2019 MSC Meraviglia, Color Fantasy+Magic


      Zu vielen meiner Reisen findet ihr Videos bei Youtube: klick!
    • Hallo Action85,

      tja, das ist schnell gesagt: Ich war an beiden Tagen in der Sports-und-Burger-Bar und habe mir dort jeweils einen Color-Cheese-Burger als Menü (also mit Pommes und einem Getränk, für 13,80 €) schmecken lassen. Und das war's auch schon...
      Generell gehe ich auch immer wieder gern ins Promenade-Café, auf dieser Fahrt war ich dort jedoch nicht.